Einsamkeit, Angst, Ärger...

Jeder Mensch kennt diese Gefühle, hat Schönes und Schlimmes in seinem Leben erlebt. Trauer, Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit sind weitere bekannte Emotionen....manchmal gehen sie vorbei, manchmal zeigen sie sich sehr stark. Jeder Mensch trägt Bewältigungsmechanismen in sich, wenn es ihm nicht gut geht. Diese bestehen unabhängig vom Alter in vielerlei Formen. Die einen können sie selbständig abrufen und umsetzen, andere nicht. Ein Therapeut hilft, diese herauszufiltern und zu aktivieren.


Der Patient ist in der Therapie sein eigener Detektiv; er sucht und findet Lösungsstrategien, um die eigene Krise bewältigen zu können. Der Therapeut unterstützt ihn dabei. Therapie kostet viel Energie. Therapie macht Arbeit. Und sie erfordert Disziplin. Aber sie tut gut! Wenn man sich für eine Therapie entscheidet, muss man sie „wollen“. Auch der Therapeut/die Therapeutin soll zu dem Patienten passen. Deshalb gibt es die sogenannten „Probatorischen Sitzungen“, in denen man sich kennenlernen und erste Therapieziele herausarbeiten kann. Ziel ist: seinen Alltag wieder selbständig und zufrieden bewältigen zu können.

Der Patient erklimmt in der Therapie den Berg selbst. Der Therapeut setzt nur die Steigeisen und sichert!!! Er motiviert, lobt und unterstützt die notwendigen Erholungspausen.


Ich biete an:



Eine kleine Geschichte...

Die Sonnenblume beobachtet einen Esel, der am Fuße eines Berges steht und auf den Gipfel schaut.
„Wer bist du denn?“, fragt die Sonnenblume.
„Meinst du mich?“, der Esel sieht sie müde an. „Ich – ich bin der kleine Esel.“
„Der kleine Esel. Sollte ich dich kennen?“ die Sonnenblume reagiert erstaunt.
„Ach nein. Eigentlich nicht. Man interessiert sich nicht oft für mich.“, antwortet der Esel traurig.
„Was hast du vor?“ Die Sonnenblume ist von Natur aus sehr neugierig.
„Ich möchte dort oben auf den Gipfel des Berges, aber ich habe keine Kraft mehr und ich schaffe das nicht mehr alleine. Dort oben sehe ich bestimmt, wie schön die Welt ist.“
„Das siehst du doch von unten auch“, erwidert die Sonnenblume verblüfft.
„Nein, ich habe ja den Berg vor mir, der mir die Sicht versperrt. Und egal wie herum ich laufe, ich habe ihn immer vor mir.“
„Ach,“ sagte die Sonnenblume ratlos. „Dabei seid ihr es doch, die Tag ein, Tag aus, riesengroße und schwere Lasten tragen ohne sich jemals zu beschweren. Ihr erfüllt eure Pflichten, egal, ob ihr Hunger habt oder Durst, ...und oftmals ...ohne ein gutes Wort oder Lob zu hören.“
„Ja, das machen wir,“ erklärt der kleine Esel. „Wir beschweren uns nie oder klagen. Wir halten lange lange durch, auch wenn wir Schmerzen haben und die Kraft schwindet. Ein Esel zeigt dies nicht. Das schätzt man an uns.“
Die Sonnenblume denkt nach: „Mir geht es gut. Ich schaue morgens die Sonne an und freue mich. Sie grüßt mich, ich grüße zurück; und wir sind froh, dass es uns gibt.“
„Man glaubt, dass wir stumpf und dumpf durch das Leben laufen, dabei haben wir eine so feine Wahrnehmung...wir sind in Wirklichkeit sensibler und empfindsamer als viele andere Lebewesen,“ die Worte sprudeln nun aus dem kleinen Esel heraus. „Weißt du was das Schlimmste ist?“ fragt er dann.
„Was?“, entgegnet die Sonnenblume; sie wirkt nachdenklich.
“Dass alle denken, wir seien dumm und stur, wenn wir uns verweigern. Wir sind dann auch nicht zu faul zum Arbeiten – wie viele denken -, sondern wir wittern dann eine Gefahr und fühlen, dass der Weg kein sicherer ist. So schützen wir uns. Das ist eine große Gabe. Dies wird aber völlig verkannt.“ berichtet der kleine Esel traurig; er hat zum ersten Mal in seinem Leben jemandem seine Geschichte erzählt. Nun fühlt er sich besser.
Die Sonnenblume schweigt; dann sagt sie einfühlsam: „Oh, dies ist bestimmt sehr belastend für dich.“
„Ja klar“, antwortet der Esel und fährt fort: „Zum Schluss hat man mich von zu Hause rausgeschmissen, weil ich zu nichts mehr tauge, so sagten sie das zu mir“. Der kleine Esel wird immer leiser. „Jetzt wandere ich umher und weiß nicht mehr weiter. Ich bin sehr einsam und auch noch sehr klein!“
„Du bleibst erst mal bei uns und ruhst dich aus“, sagt die Sonnenblume darauf mit fester Stimme. „Schau, wie viele nette Sonnenblumen es hier gibt!“. Sie macht eine einladende Handbewegung. „Wir werden dir Lieder vorsingen und schöne Geschichten erzählen. Wir zeigen dir, wo es saftiges Gras und glasklares Wasser gibt. Du bekommst ein weiches Bett und kannst dir jeden Morgen aussuchen, wen du zuerst grüßen möchtest...“ „Übrigens...“, setzt die Sonnenblume fort, „muss ich dir sagen, dass du einfach großartig bist. Und du hast Großartiges geleistet. Glaube mir. Die anderen werden das auch bald erkennen.“
Der kleine Esel strahlt. Was für ein Angebot.
„Wenn du zu Kräften gekommen bist und weiter möchtest, geben wir dir gerne Hilfestellung. Doch du bist so begabt, dass du den Berg auch ohne große Hilfe meistern wirst. Wir zeigen dir nur bessere Wege und bringen dir bei, die Kräfte gut einzuteilen.“
„Das hört sich gut an,“ seufzt der kleine Esel erschöpft und legt sich neben die Sonnenblume in das große gelbe Blumenmeer.
Er hatte keinen Ausweg mehr gesehen und nun war er wieder voller Zuversicht. Das Gespräch mit der Sonnenblume hatte so gut getan und ihre Idee kam zur richtigen Zeit. Das saftige Gras kitzelt an seiner Nase; der kleine Esel schnaubt zufrieden und fängt gleich an zu träumen: von seinen neuen Freunden, dem Spaziergang über den Berg und von dem nächsten Morgen!

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